Es gibt nur ein einziges Material auf der Welt, das zum Kochen, zur Herstellung von Musikinstrumenten, Kosmetika oder Textilien und zum Bau von Windkraftanlagen verwendet werden kann: Bambus. Es wird von dem japanischen Stararchitekten Kengo Kuma als „das Material der Zukunft“ beschrieben.

Bambus boomt als Baumaterial, und das aus gutem Grund: Bambus ist die mit Abstand am schnellsten wachsende Pflanze der Welt und kann innerhalb weniger Jahre geerntet werden, während Laubschnittholz 70 Jahre braucht, um reif zu werden.

Vorteile der Verwendung von Bambus im Bauwesen

Obwohl es sich um ein extrem flexibles und leichtes Material handelt, das sich biegen lässt, ohne zu brechen, hat Bambus eine höhere Zugfestigkeit als viele traditionelle Baumaterialien wie Beton, Ziegel und sogar Stahl.

Als eines der nachhaltigsten Materialien, benötigt Bambus nur sehr wenig Wasser, keine Pestizide oder Düngemittel und kann auch bei schlechter Bodenqualität gedeihen. Außerdem produziert er mehr Sauerstoff und absorbiert mehr Kohlendioxid als Bäume, was ihn zu einem effektiven Kohlenstoffsenker macht. Dieses biologisch abbaubare Baumaterial hat auch hervorragende thermische Eigenschaften, d. h. es kann zur Temperaturregulierung beitragen und die Energiekosten senken.

Zusätzlich zu seinen funktionalen Verwendungen in einem Bauprojekt wie strukturelle Unterstützung, Bodenbelag und Verkleidung, hat Bambus eine natürliche und einzigartige Ästhetik, die jedem Gebäude Schönheit und Charakter verleihen kann.

Obwohl Bambus eine alte Geschichte der Verwendung im Bauwesen hat, insbesondere in vielen vormodernen asiatischen Kulturen, hat er auch eine futuristische Qualität. Da das Bewusstsein für die Eigenschaften von Bambus als ideales Baumaterial in vielerlei Hinsicht wächst, stellen wir im Folgenden fünf Architekturprojekte vor, die zeigen, dass Bambus bereit ist, die moderne Architektur zu übernehmen.

Grünes Dorf – Bali, Indonesien

Es liegt entlang des Ayung-Flusses und ist von der smaragdgrünen Natur Südbalis umgeben. Das Grüne Dorf ist eine Gemeinschaft von Häusern und Gebäuden, die vollständig aus Bambus gebaut sind, darunter Häuser und Yogastudios. Die Gebäude sind so konzipiert, dass sie nachhaltig sind und sich in die atemberaubende tropische Umgebung einfügen.

„Mit wenigen Mitteln und wenig Aufmerksamkeit kann ein Bambusspross innerhalb von drei Jahren zu einer tragenden Säule werden, und dieses Haus kann ein Leben lang halten“, sagt Elora Hardy, die kreative Leiterin von Ibuku, der Firma, die hinter diesem Projekt steht.

Panyaden Internationale Schule – Chiang Mai, Thailand

Diese Schule, die sich inmitten von Reisfeldern in Chiang Mai in Nordthailand befindet, wurde einer Lotusblume nachempfunden. Sie wurde mit einer Kombination aus Bambus und anderen nachhaltigen Materialien gebaut.

Der für den Bau der Schule verwendete Bambus wurde so behandelt, dass er gegen Termiten und Fäulnis resistent ist, und der Entwurf sieht eine natürliche Belüftung vor, um den Bedarf an Klimaanlagen zu verringern. Aber über die pragmatischen Zwecke hinaus sind die natürlich geschwungenen Formen der Schule ein Fest für die Augen.

Blühendes Bambushaus – Vietnam

Der vom vietnamesischen Architekturbüro H&P Architects entworfene Prototyp des Blooming Bamboo Home besteht vollständig aus Bambus und wurde als kostengünstige, nachhaltige Wohnlösung für einkommensschwache Familien konzipiert.

Dieses kompakte Haus kostet rund 2.000 USD. Es kann innerhalb von 25 Tagen von den gefährdeten Bevölkerungsgruppen in Vietnam aufgebaut werden, die zunehmend von extremen Wetterereignissen und Überschwemmungen bedroht sind.

Das Teehaus im Bambushof – Yangzhou, China

Das von HWCD Associates entworfene Bambus-Hof Teehaus, ist eine moderne Interpretation der traditionellen chinesischen Architektur. Es ist als eine Ansammlung von schwimmenden Kuben auf einem See in Yangzhou, im Nordwesten von Shanghai angeordnet.

Das Teehaus besteht aus einem Stahlrahmen mit einer Bambusverkleidung, die dem Gebäude einen natürlichen, organischen Charakter verleiht. Die Verwendung von Bambus als Verkleidungsmaterial ist eine innovative Art, dieses vielseitige Material in der modernen Architektur einzusetzen.

Der Luum-Tempel – Tulum, Mexiko

An der Riviera Maya in Mexiko gelegen, ist der Luum-Tempel ein Wellness-Zentrum, das von dem alten Maya-Konzept „Luum“ inspiriert ist, was „Quelle des Lebens“ bedeutet.

Der Tempel soll ein Ort der Heilung und Erneuerung sein, und seine Gestaltung spiegelt diese Absicht wider: Die fünfseitige Kettenstruktur mit einem beeindruckenden Strohdach wurde hauptsächlich aus Bambus und anderen natürlichen Materialien, darunter Holz und das einheimische Zacate-Gras, gebaut und verfügt unter anderem über ein Regenwassersammelsystem und eine Komposttoilette.

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