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Ein biophiles Konzept zur Neugestaltung der städtischen Peripherie

Person, Human, Building

Bei „Welcome, feeling at work“ geht es um die Verbindung von gebauter Umwelt und Natur gemäß den Grundsätzen biophiler Architektur und um den Prozess der Umgestaltung eines Areals nach neuen Maßstäben. Der moderne Gebäudekomplex, der vom japanischen Studio Kengo Kuma & Associates entworfen wurde, wird die ersten biophilen Büros Italiens beherbergen.

Welcome repräsentiert eine neue Art zu arbeiten und zu leben: Im Mittelpunkt steht die Verbindung zwischen Mensch und Natur. Natürliches Licht, Lärmschutz, Gelegenheit sich mehr zu bewegen, gesunde Ernährung, große Innenräume und Außenbereiche für Arbeitstreffen und eine gute Verkehrsanbindung werden die Hauptmerkmale sein.

Welche Bedeutung hat der biophile Ansatz für Architektur und Design?

Yuki Ikeguchi, Architektin bei Kengo Kuma und Koordinatorin des Projekts, äußerte sich dazu folgendermaßen: „Ein biophiler Ansatz bringt wieder Leben in die Stadt. Er wird der Beginn einer neuen Ära sein, in der die grüne Architektur den urbanen Horizont neu definiert, die Qualität des städtischen Raums steigert und das öffentliche Leben in diesem Gebiet verbessert. Dies fördert sowohl im Arbeitsleben als auch darüber hinaus Kreativität und Innovation. Natürliche Elemente in der Architektur wie Vegetation, Licht, Luft und Holz stimulieren die Sinne und wirken sich positiv auf den Arbeitsplatz und den Lebensstil aus und verbessern die körperliche und geistige Gesundheit sowie die Produktivität.“

Verwandlung vom traditionellen Gebäude zu einem Musterbeispiel für die Stadt und die Gesellschaft der Zukunft

Bild von https://welcomemilano.it/

Das Bauvorhaben ist Teil eines komplexeren Stadtentwicklungsplans für ein Wohngebiet im nordöstlichen Mailänder Vorstadtgebiet. Es wird dort entstehen, wo sich heute der ehemalige Sitz des Verlags Rizzoli Corriere della Sera befindet, der im Jahr 1960 nach einem Entwurf von Piero Portaluppi fertiggestellt wurde. Dieses traditionsreiche Gebäude steht seit Jahren leer, verwahrlost zunehmend und beeinträchtigt dadurch die Qualität der Umgebung.

Es ist eines der letzten Objekte, die im Rahmen der in den 2000er-Jahren begonnenen Neugestaltung dieses großen Areals bisher noch nicht saniert wurden. Zu dieser Zeit entstand der von den Architekten Boeri, Barreca und La Varra entworfene neue Hauptsitz der RCS Mediagroup, der unter anderem einen großen Innenhof und einen achtzig Meter hohen Turm beherbergt .

Die Fertigstellung des Projekts, das durch die Finanzkrise zwischen 2011 und 2012 ins Stocken geraten war, wurde erst 2018 ermöglicht und im vergangenen Jahr unter der Leitung der eigenständigen Gesellschaft Europa Risorse im Rahmen des biophilen Architekturprojekts von Kengo Kuma realisiert.

Der neue Komplex wird durch einen Fonds des britischen Private-Equity-Unternehmens Pine Bridge Benson Elliot mit einem Investitionsvolumen von 300 Millionen Euro finanziert.

Wie das erste biophile Büro des Architekten Kengo Kuma aussehen wird

Das biophile Büro wird bis 2024 in Mailand in der Grünanlage des Parco Lambro, durch den auch ein Fluss fließt, errichtet. Kengo Kuma zeigte sich beeindruckt von der Weltoffenheit und Veränderungsbereitschaft Mailands. „Mailand ist eine Stadt, die eine einzigartige und aufregende Kombination aus Moderne und Tradition in Bezug auf Kunst, Architektur und Handwerk bietet. Das macht sie zum idealen Ort für die Umsetzung unserer Arbeit. Dank italienischer Handwerkskunst ist es möglich, mit einem organischen Ansatz bei der Planung und Gestaltung mit Holz ein hohes Qualitätsniveau zu erreichen“.

Welcome, feeling at work ist ein Paradebeispiel für die Umsetzung biophiler Architektur am Arbeitsplatz, bei dem Architektur und Natur miteinander verschmelzen. Kumas Ziel ist es, durch organische Bauweise einen Arbeitsort zu schaffen, der sich perfekt in die ihn umgebende natürliche Landschaft einfügt.

Alles in allem also eine Umgestaltung, die dieses Gebiet von Grund auf verändern wird, es wieder zum Leben erweckt und ihm den Mehrwert verleiht, der seit Jahren gefehlt hat. Büros, ein Auditorium, Co-Working-Spaces, aber auch Restaurants und Lounges, Geschäfte, ein Supermarkt, ein Wellness-Bereich, Orte für Events und Ausstellungen. Öffentlich und privat, drinnen und draußen, Arbeit und Freizeit: alles scheinbare Gegensätze, die miteinander verschmelzen, eingebettet in eine üppige Vegetation, die das gesamte Bauwerk umgibt und an eine natürliche Anhöhe erinnert.

Das biophile Büro von Kuma: eine der fortschrittlichsten nachhaltigen Lösungen in Europa

Welcome ist ein Stadterneuerungs- und Umweltsanierungsprojekt, das hohe Standards im Hinblick auf Umwelt, soziale Verantwortung und nachhaltige Unternehmensführung erfüllt.

ESG-Kriterien beschreiben drei grundlegende Dimensionen, aufgrund derer das Engagement eines Unternehmens für den Schutz der Menschen und des Planeten geprüft und gemessen wird: Umwelt, Soziales und Governance.

Nachhaltigkeit und Innovation gelten auch für die gewählten Baumaterialien. Der wichtigste Werkstoff ist Holz, das zusammen mit Stahl für die oberirdische Architektur verwendet wird, während Beton für die Fundamente und den Keller gewählt wurde. Der Komplex soll eine Well Platin Zertifizierung erhalten, die die Qualität der Innenräume nachweist, und erfüllt das LEED-Platinum-Energieeffizienzprotokoll. Es handelt sich um ein Projekt ohne CO₂-Emissionen, das ökologisch nachhaltig ist und auf Kreislaufwirtschaft bei der Verwendung von Baumaterialien achtet. Die Erfüllung der Anti-Covid-19-Richtlinien (ASHRAE, Rehva, AiCARR und ISS) sowie ein Energieerzeugungssystem für Heizung (und Kühlung) sorgen zusammen mit der Verwendung von Photovoltaik-Paneelen dafür, dass das Gebäude in puncto Nachhaltigkeit maximale Ergebnisse erzielt.

Welcome beitet der Stadt Mailand eine hervorragende Gelegenheit, neue Konzepte zu entwickeln, die auf Nachhaltigkeit und den Dialog zwischen Mensch und Natur ausgerichtet sind und den durch die Pandemie entstandenen Anforderungen Rechnung tragen, um die Welt für künftige Generationen lebenswert zu erhalten.

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