Im Bestseller-Roman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ ist ein schwedischer Rentner es leid, aufgrund seines Alters unterschätzt zu werden. Daher beschließt der charmante Protagonist Allan Karlsson, selbst die Kontrolle zu übernehmen. Er steigt in seinen Hausschuhen aus dem Fenster – danach nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Da die Lebenserwartung immer weiter gestiegen ist, gibt es derzeit global etwa eine Milliarde Menschen, die sechzig Jahre oder älter sind. Seit 2020 gibt es zum ersten Mal in der Geschichte mehr Menschen, die die Sechzig – oder mehr – erreicht haben, als solche, die weniger als fünf Lenze zählen. Selbst das Alter des Protagonisten Allan Karlsson ist kein Novum mehr. Die Vereinten Nationen schätzen, dass es weltweit etwa eine halbe Million Hundertjährige gibt – und ihre Zahl steigt.

Dieser demografische Wandel ist in vielen Industrienationen wie Deutschland und Japan bereits spürbar. Doch auch der Rest der Welt ist schon auf dem Weg dorthin: Bis 2050 werden 80 Prozent der älteren Menschen in Volkswirtschaften mit niedrigem und mittlerem Einkommen leben.

Die technische Infrastruktur, die das Leben älterer Menschen erleichtern soll, kann jedoch zunehmend mit dem Tempo mithalten, mit dem global die Lebenserwartung dank fortschrittlicher medizinischer Versorgung steigt.

Gestaltung eines Umfelds für optimale Mobilität

In einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO wird „gesundes Alterns“ definiert als „der Prozess der Entwicklung und Aufrechterhaltung der funktionalen Fähigkeit, die Wohlbefinden im Alter ermöglicht“. Funktionale Fähigkeit bedeutet dabei, dass ältere Menschen in der Lage sind, ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen – dazu zählen Lernen, Wachsen, Entscheidungen treffen, Beziehungen aufbauen und pflegen und einen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Im Zentrum all dieser Aktivitäten steht die Mobilität.

Mobilität ist nicht nur für Ältere, sondern auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder kleinere Kinder ein Schlüsselfaktor für Gesundheit und Lebensqualität. Die Gestaltung eines Umfelds, dass allen Beteiligten mühelose und barrierefreie Mobilität ermöglicht, ist daher einer der grundlegendsten Schritte um sicherzustellen, dass niemand den Anschluss verliert.

Zugangslösungen, um im Alter mobil und sicher zu bleiben

Älterwerden ist kein gradliniger Prozess und jeder Mensch macht dabei unterschiedliche Erfahrungen. Während der eine 70-Jährige möglichenfalls sehr aktiv ist und Marathons läuft, benötigt der andere vielleicht umfangreiche Unterstützung im Alltag.

Für Menschen mit eingeschränkten körperlichen Fähigkeiten sind Türen eines der häufigsten Probleme im Hinblick auf Zugänglichkeit. Wenn sie den uneingeschränkten Zugang erschweren oder gar verhindern, kann das eine erhebliche Belastung darstellen: Türen können zu schwer sein und zu viel Kraft zum Öffnen erfordern. Oder sie können sich zu schnell schließen, so dass sie nicht problemlos passiert werden können: beispielsweise, wenn Menschen sich – mit oder ohne Mobilitätshilfe wie Rollstuhl oder Gehhilfe – nur langsam bewegen können.

Lösungen, die einen reibungslosen Zugang ermöglichen, können die Mobilität und damit die „funktionale Fähigkeit“ von Menschen erheblich verbessern. Dabei müssen sie nicht kompliziert sein. Ein Türschließer kann beispielsweise die häufig auftretenden Probleme in puncto Barrierefreiheit beheben. Durch die Anpassung des Türschließers an die Bedürfnisse der Nutzer ist es möglich, das Betreten und Verlassen von Gebäuden zu erleichtern und dabei Sicherheit zu gewährleisten.

Zugang als relevanter Faktor für gesundes Altern

Ein längeres Leben birgt viele Chancen – nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für unsere Gesellschaft. Ein Lebensumfeld mit geeigneter technologischer Infrastruktur, die individuelle Fähigkeiten unterstützt und aufrecht erhält, ist der Schlüssel zu gesundem Altern. Daher sollten Türen den Zugang erleichtern und nicht erschweren.

Nicht alle Hundertjährigen werden über die erforderliche geistige und körperliche Beweglichkeit verfügen, um aus dem Fenster zu klettern. Doch wenn sie sie besitzen, können geeignete, komfortable Zugangslösungen sie in die Lage versetzen, diese Energie sinnvoll anderweitig zu nutzen.

Bildnachweis: © Claudio Schwarz

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