Unsere gebaute Umwelt verursacht etwa 40 Prozent der weltweiten CO2Emissionen. Fast ein Viertel davon stammt aus betrieblichen Emissionen, wie z. B. der Energie, die zum Heizen, Kühlen und Betreiben unserer Gebäude benötigt wird, während das verbleibende Viertel auf Materialien und Konstruktion zurückzuführen ist.

Zement, das in den meisten modernen Gebäuden am häufigsten verwendete Material, ist allein für insgesamt fast acht Prozent der Emissionen verantwortlich. Um unseren Planeten zu schützen und den Klimawandel zu bekämpfen, muss die Bauindustrie also zweifellos ihre erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt verringern.

Glücklicherweise – wenngleich bei weitem noch nicht ausgereift oder perfekt – gab es in den letzten Jahrzehnten ein erhebliches Maß an Innovation und Wachstum im Bereich der grünen Bautechnologien.

Was versteht man unter grünen Bautechnologien?

Beim grünen Bauen werden ressourceneffiziente Verfahren eingesetzt, um die Umweltauswirkungen eines Gebäudes in allen Phasen seines Lebenszyklus zu minimieren.

Lösungen wie Solarenergie, biologisch abbaubare Materialien, wassersparende Technologien, begrünte Dächer, intelligente Haushaltsgeräte und jedes andere Mittel zur Verringerung des CO2-Fußabdrucks eines Gebäudes gelten als grüne Bautechnologie.

Darüber hinaus kann der Begriff auf digitale Werkzeuge wie BIM, IoT, KI, VR oder AR-Lösungen ausgeweitet werden, da diese einen wesentlichen Beitrag zur Ressourceneffizienz von Bauprozessen leisten.

Grüne Gebäude bieten eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Sie sind kostengünstiger im Betrieb und in der Instandhaltung, aber auch deutlich wertvoller und attraktiver für Investoren. Nach Angaben des World Green Building Council haben grüne Gebäude das Potenzial, den Energieverbrauch bis 2050 um die Hälfte oder mehr zu senken. Sie wirken sich sogar positiv auf die öffentliche Gesundheit aus, denn es ist erwiesen, dass grüne Gebäude die Menschen glücklicher, gesünder und produktiver machen.

Sprunghaftes Wachstum bei grünen Bautechnologien

Trotz der schlechten Zahlen im Hinblick auf die Umweltauswirkungen unserer Gebäude haben grüne Bautechnologien das Bauwesen weltweit bereits verändert.

Der globale Markt für umweltfreundliches Bauen wächst jährlich um 12 Prozent und wird voraussichtlich von 290 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf 774 Milliarden US-Dollar bis 2030 ansteigen. Angetrieben wird diese Nachfrage durch das steigende öffentliche Bewusstsein für ökologische Fragen und neue staatliche Vorschriften, die eine verbesserte Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz in Gebäuden vorschreiben.

Im Jahr 2012 gehörte grünes Bauen zu den am schnellsten wachsenden Industrien in den Vereinigten Staaten. Die Europäische Union kündigte Pläne an, bis 2030 von Niedrigstenergiegebäuden zu Nullemissionsgebäuden überzugehen.

In China, dem größten Baumarkt der Welt, überstieg im Jahr 2021 die Gesamtnutzfläche grüner Gebäude 6,6 Milliarden Quadratmeter und steigt weiter rasant an.

Dank dieser Synergien und Dynamiken gibt es keinen Zweifel daran, dass grüne Bautechnologien die Welt des Bauens bereits unwiderruflich verändert haben und ihr Einfluss noch weiter zunehmen wird.

Digital und grün gehen Hand in Hand

„Der nachhaltigste Weg ist, Dinge NICHT herzustellen. Der zweitnachhaltigste Weg ist, etwas sehr Nützliches herzustellen, um ein Problem zu lösen, das noch nicht gelöst ist“, sagte der dänische Architekt Thomas Sigsgaard.

Bis zum Jahr 2050 werden Prognosen zufolge etwa zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Da die Welt täglich 13.000 neue Gebäude benötigt, um deren Bedürfnisse zu befriedigen, wird das Bauwesen unweigerlich ein wesentlicher Bestandteil des Fortschritts und der Entwicklung unserer Gesellschaft sein. Mit grünen Bautechnologien, die von der Natur inspiriert sind und durch die Digitalisierung unterstützt werden, ist es jedoch möglich, eine bessere, nachhaltigere Zukunft für alle zu schaffen.

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