Seit seiner Gründung im Jahr 2010 hat sich Instagram schnell als DIE generationsprägende und trendsetzende mobile Anwendung etabliert. Mit mehr als 2 Milliarden monatlichen Nutzern (Stand Anfang 2023) hat die Foto-Sharing-Plattform die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten und ihre Produkte vermarkten, ebenso tiefgreifend beeinflusst wie unseren Sinn für Ästhetik.

Auf Instagram Inhalte zu teilen oder zu konsumieren, ist alltäglich und selbstverständlich geworden: Heute beschreibt das Cambridge Dictionary das Wort „instagrammable“ als „attraktiv oder interessant genug, um sich zum Fotografieren und Posten auf dem Social-Media-Dienst zu eignen“.

Mit der zunehmenden Marktdurchdringung und dem wachsenden Einfluss von Instagram sind es vor allem die visuell geprägten Branchen wie Tourismus, Mode, Kunst oder Unterhaltung, die versuchen, „instagrammable“ zu werden. Die Architektur, eine der ältesten Formen der visuellen Kunst, bildet da keine Ausnahme.

Eine Plattform für aufstrebende Designer

Die Architektur ist ein Bereich, in dem es junge Talente bekanntermaßen schwer haben, sich zu etablieren und Fuß zu fassen. Andererseits sind neue Ansätze, frische Ideen und Innovationen angesichts der Herausforderungen, vor denen die Bau- und Designbranche steht, wie etwa Nachhaltigkeit, wertvoll und notwendig. Für aufstrebende Fachleute ist es jedoch nicht immer einfach, Netzwerke aufzubauen und Zugang zu erhalten, um ihre Arbeit bekannt zu machen.

Instagram bietet Architekten und Designern eine Plattform, um ihre Arbeit einem breiten Publikum zu präsentieren. Durch Hashtags, Geotagging und andere Funktionen hat Instagram es für Architekten und Designer einfacher gemacht, mit Kunden, Mitarbeitern und Fans auf der ganzen Welt in Kontakt zu treten. Im Jahr 2018 bezeichnete Arch Daily Instagram als „das wichtigste neue Werkzeug für Architekten“.

Architekten und Designer nutzen Instagram nicht nur, um für ihre Arbeit zu werben, sondern auch als Inspirationsquelle. Sie können die neuesten Entwürfe, Konstruktionsmethoden und Materialien anderer Fachleute ihres Bereichs sehen, was die Art und Weise, wie sie ihre eigene Arbeit angehen, beeinflussen – und wahrscheinlich auch verbessern – kann.

Ein globaler Sinn für Ästhetik

Parallel dazu, dass ein Großteil der Menschen ein viel differenzierteres Verständnis dafür entwickelt, was „instagrammable“ ist und was nicht, hat die Foto-Sharing-App die Art und Weise, wie Menschen über Architektur und Design denken, verändert.

In der vordigitalen Ära war es für Laien und Architekturliebhaber nur dann möglich, sich Wissen über Architektur anzueignen, wenn sie über die entsprechenden Mittel verfügten, um die Welt zu bereisen, oder Zugang zu teuren Büchern, Enzyklopädien oder Kursen hatten.

Dank seiner Allgegenwärtigkeit und Benutzerfreundlichkeit hat Instagram diese Bereiche jedoch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht, indem es den Menschen ermöglicht, schöne und bemerkenswerte Gebäude und Designs auf der ganzen Welt zu sehen. Dies hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für die Bedeutung von gutem Design zu schärfen, und die Menschen dazu ermutigt, kritischer über die gebaute Umwelt nachzudenken.

Designinnovation für die „Selfie-Kultur“

Dank der weltweit verbreiteten Vorliebe für das Teilen von Fotos wurden insbesondere in den letzten Jahren viele Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit Blick auf Selfies und die Instagram-Kultur entworfen oder verändert.

Das Museum of Ice Cream in New York City verfügt beispielsweise über eine Reihe bunter und skurriler Installationen, die speziell für Instagram-Fotos entworfen wurden. Das ikonische Empire State Building, ebenfalls in New York, wurde kürzlich renoviert, um den Besuchern die Aufnahme von Selfies zu erleichtern.

Einige Designer haben die Herausforderung sogar wörtlich genommen: The Frame in Dubai ist mit einer Höhe von 150 Metern und einer Breite von 93 Metern der größte Bilderrahmen der Welt, wie Guinness World Records bestätigt.

Auch wenn ein Selfie-freundliches Gebäude vielleicht nicht für jeden eine architektonische Priorität darstellt, so hat es doch die Kreativität und Innovation in unserer gebauten Umwelt gefördert und einen großen Teil der Bevölkerung dazu eingeladen, Gebäude auf eine neue Art zu erleben und zu genießen.

Die Zukunft des Designs ist inklusiv und kühn

Solange die Qualität nicht zugunsten von Instagram beeinträchtigt wird, birgt der weltweit beliebteste visuelle Netzwerkdienst ein großes Potenzial, Architektur zugänglicher und sozialer zu machen – und vielleicht sogar spielerischer und unterhaltsamer.

Auch wenn Instagram selbst kein Design- oder Bildungswerkzeug ist, verändert es doch die Art und Weise, wie Menschen über Architektur und Design denken und sich damit auseinandersetzen. Es besteht kein Zweifel daran, dass Instagram eine Rolle bei der Gestaltung der Zukunft dieser Branchen spielen wird.

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