Die heutigen Gebäude sind nicht nur intelligent – sie leben. Intelligente Beleuchtungssysteme schalten das Licht zur optimalen Zeit ein und aus. Intelligente Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HVAC) passen sich über den Tag permanent an, um maximale Energieeffizienz zu erreichen. Gebäude, die bisher nur die Temperatur gemessen haben, erfassen nun auch Luftfeuchtigkeit und CO2 -Gehalt. Und sie gestalten Räume kontinuierlich und präzise in der Art, dass sie maximalen Komfort für die Nutzer bieten bei gleichzeitiger Minimierung der Umweltbelastung. Gespeicherte biometrische Daten verhindern Sicherheitsverstöße und erhöhen die Geschwindigkeit, mit der Menschen durch Gebäude geleitet werden können.

Bei all diesen Vorteilen ist es völlig klar, warum nahezu jeder – Mieter, Eigentümer, Mitarbeiter – sich intelligente Gebäude wünscht. Diese Stimmung spiegelt sich auch im Markt wider: Bis 2026 wird der globale Markt für intelligente Gebäudeautomationssysteme 154 Milliarden Dollar übersteigen, ein Plus von 11,5 Prozent gegenüber 2017.

Nachrüstung: Runderneuerung für Altbauten

Es ist davon auszugehen, dass sich dieses Marktpotential überwiegend auf Neubauten bezieht: Über 80 Prozent des Neubaus beinhalten mindestens eine Facette des IoT oder der intelligenten Gebäudetechnik. Unberücksichtigt bleiben dabei jedoch Millionen von Gebäuden auf der ganzen Welt, die bereits bestehen. Tatsächlich verfügen nur 5 Prozent von ihnen bereits über die notwendige Infrastruktur, um intelligent werden zu können. Haben Menschen, die in Altbauten leben und arbeiten, oder die sie besitzen, also einfach nur Pech gehabt? Nein!

Eine wachsende Branche unterstützt dabei, Gebäude nachzurüsten, die aktuell nicht über die erforderliche Infrastruktur verfügen. Allein im Jahr 2018 wurden über 500 Millionen Dollar für die Nachrüstung alter Hotels mit intelligenter Technologie ausgegeben. Weitere 2,2 Milliarden Dollar gingen in die Modernisierung betagter Gästezimmer. Bis Ende 2018 waren über eine Milliarde IoT-Geräte und -Sensoren in gewerblichen Gebäuden installiert. Darüber hinaus versprechen immer mehr Start-ups, dass jedes Gebäude, unabhängig von Alter, Standort und Bauart, zu einem intelligenten Gebäude werden kann.

Verwandlung traditioneller Gebäude in intelligente Gebäude

Auch wenn Gebäude nicht über die Infrastruktur verfügen, die erforderlich ist, um vollständig digital zu werden, entstehen immer wieder neue Lösungskonzepte zur Modernisierung solcher Gebäude. Von der Erhöhung der Sicherheit bis zur Energieeinsparung helfen solche Innovationen den Gebäudemanagern, das Beste aus dem Vorhandenen herauszuholen. Durch Nutzung mobiler Zutrittstechnologien müssen Unternehmen so zum Beispiel nicht Schlösser, Türen und Sicherheitssysteme des gesamten Gebäudes austauschen, um intelligente Lösungen zu erhalten. Anstelle lästiger Schlüsselbänder oder Schlüsselanhänger können Mitarbeiter das Gebäude einfach mit ihrem Smartphone betreten und verlassen.

Als weiteres Beispiel für ein innovatives Lösungskonzept mag das australische Unternehmen Cognian dienen. Es entwickelte das kostengünstige Vordach Synchromesh, das die Steuerung der Beleuchtung ermöglicht. Der Clou dabei ist, dass dafür im Vorfeld kein zeitaufwändiger und umständlicher Austausch der vorhandenen Verkabelung notwendig ist. Viele Bauherren würden gerne ihren Energieverbrauch senken, Raum besser nutzen und ihren CO2-Fußabdruck verringern. In Anbetracht der veralteten Bausubstanz oder bedingt durch die Angst, Mieter durch störende Bauarbeiten zu verärgern, werden weitere Planungen jedoch häufig im Keim erstickt.

Rosige Aussichten mit intelligenteren Gebäuden

Gerade wenn es darum geht, ehrgeizige Umweltziele zu erreichen, ist die Nachrüstung von Altbauten von entscheidender Bedeutung. Gebäude sind für 40 Prozent des Energieverbrauchs in der Europäischen Union und 36 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Um Bauherren den Weg zu erleichtern, bietet die von der EU finanzierte Plattform NEWBEE (Novel Business model generator for Energy Efficiency in construction and retrofitting) alle verfügbaren Informationen über grüne Nachrüsttechnologien und informiert zudem über die Start-ups, über die sie bezogen werden können. NEWBEE enthält ein Bewertungsinstrument, das es Gebäudeeigentümern ermöglicht, den besten Preis und die beste technologische Eignung für ihre individuellen Anforderungen zu ermitteln.

Ob es darum geht, Sicherheitsbedrohungen zu bekämpfen, die Bewohnbarkeit unseres Planeten für zukünftige Generationen zu gewährleisten oder einfach nur ein Gebäude komfortabler zu gestalten: intelligente Technologie wird das Mittel der Wahl auf dem Weg zu diesem Ziel sein. Die Integration neuer Technologien findet beim Neubau bereits jetzt Berücksichtigung. Bei Altbauten wird neue Technologie zur Nachrüstung von entscheidender Bedeutung sein. Durch sie wird sichergestellt, dass sowohl die Bauherren als auch die Gebäude selbst teilhaben können, wenn die intelligente, innovative Zukunft Einzug hält.

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