Da die Bevölkerung und die Städte in rasantem Tempo wachsen, benötigen wir mehr Gebäude denn je zuvor. Laut einer Gemeinschaftsstudie von Global Construction Perspectives und Oxford Economics wird die weltweite Bauproduktion bis 2030 um sage und schreibe 85 Prozent zunehmen und einen Wert von acht Billionen US-Dollar erreichen.

Das Bauwesen ist immer noch eine der ineffizientesten und am wenigsten digitalisierten Branchen weltweit. Dennoch haben einige führende Unternehmen der Branche in den letzten zehn Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um bessere Praktiken zu entwickeln, die unseren Planeten schonen.

Infolgedessen ist Nachhaltigkeit in der Architektur und in der Baubranche nicht mehr nur eine Modeerscheinung, sondern eine ganz neue Art, sein Geschäft zu betreiben. Nachfolgend werden die vier Trends vorgestellt, die von entscheidender Bedeutung sind, um den Weg in die Ära des nachhaltigen Bauens zu ebnen.

BIM für mehr Effizienz

Die Bauwerksdatenmodellierung, besser bekannt als BIM oder Building Information Modeling, ist heutzutage das wichtigste Planungswerkzeug in der Architektur. Seit die ersten Modelle in den 1970er Jahren verwendet wurden, hat BIM zahllose Bauprojekte entscheidend verändert: Architekten bot sich die Möglichkeit, anspruchsvollere Entwürfe zu erstellen und Gebäude konnten schneller und kostengünstiger errichtet werden.

BIM ist jedoch mehr als nur eine Planungssoftware, die Architekten die Arbeit erleichtert. Durch seine ausgefeilte Datengenerierung ermöglicht BIM Nachhaltigkeit in jeder Phase des Lebenszyklus eines Gebäudes. Weniger Verschwendung, mehr Kosteneffizienz und nachhaltig betriebene und gewartete Gebäude werden zunehmend zur Norm, wo immer BIM eingesetzt wird.

Biophile und naturnahe Designelemente

Bis vor kurzem galten Beton und Stahl als Synonym für Modernität, Urbanisierung und hochmoderne Architektur, während natürliche Elemente wie Holz eher rustikal anmuteten und an längst vergangene Zeiten erinnerten. Dank fortschrittlicher Material- und Designtechnologien bieten natürliche Materialien und biophile Elemente im Gebäudedesign heute jedoch neue Möglichkeiten und sind Ausdruck moderner, nachhaltiger Ästhetik. Biophile Gebäude tragen nicht nur zur Verringerung des CO₂-Ausstoßes bei, sondern es ist auch wesentlich komfortabler und gesünder, in ihnen zu leben.

Mehr Nachhaltigkeit durch gezielte Energieeinsparungen

In den letzten Jahren hat sich die Bauindustrie bewusst damit auseinandergesetzt, dass Gebäude für fast ein Drittel des weltweiten Energieverbrauchs und für fast 15 Prozent der CO₂-Emissionen verantwortlich sind.

Angesichts solch enormer Mengen kann die Summe aller Maßnahmen, die zu mehr Energieeffizienz und höheren Einsparpotenzialen führt, erfreulicherweise einen großen Unterschied machen. Von energieeffizienten Zugangssystemen bis hin zu einer steigenden Zahl von LEED-Zertifizierungen – aus dem Bestreben, den Energiebedarf eines Gebäudes zu senken, entwickelt sich eine eigenständige Branche.

Ressourcen reduzieren durch ferngesteuertes Bauen

Was vor einigen Jahrzehnten noch nach Science-Fiction geklungen haben mag, wird derzeit Realität: ferngesteuertes Bauen. Dank der Innovationen in den Bereichen Vorfertigung, Drohnen, 3D-Druck, Augmented Reality und verschiedener anderer digitaler Technologien ist es möglich, eine wachsende Zahl von Bauarbeiten auszulagern und außerhalb der Baustelle durchzuführen.

Ferngesteuertes Bauen macht eine der ressourcenintensivsten und unfallträchtigsten Branchen der Welt nicht nur sicherer, billiger und schneller, sondern auch umweltfreundlicher. Zweifelsohne sind Digitalisierung und Automatisierung unsere besten Optionen im Hinblick auf die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft.

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